BVS
Zwei Ingenieure, null Zeit – und ein Re-Design, das keine Arbeit macht
Das Verkehrsplanungsbüro BVS plant seit 1993 Straßen, Radwege und Nahverkehr für Städte und Landkreise. Ihre Website sah allerdings aus, als wäre sie im Jahr 2010 stehen geblieben. Nicht, weil den beiden Ingenieuren ihr digitaler Auftritt egal war. Das Problem war simpel: Wer den ganzen Tag echte Verkehrsprojekte wuppt, hat abends keine Kapazität mehr, sich auch noch als Marke neu zu erfinden.
Die Ausgangslage: Kalt, unübersichtlich und nicht mobil-tauglich
Als wir das erste Mal sprachen, glich die alte Website einem Labyrinth. Vier verschiedene E-Mail-Adressen tummelten sich auf der Seite, ohne dass klar war, wer eigentlich zuständig ist. Auf dem Smartphone war die Seite kaum bedienbar, das Logo irgendwann so klein geraten, dass man es eher erahnen als lesen musste.

Im Gespräch wurde schnell klar, worum es eigentlich ging: um ein professionelleres Auftreten, besseren Kundenservice und eine Website, die zeigt, wer BVS wirklich ist. Die großen Konkurrenzbüros wirkten mit ihren Websites oft extrem professionell – aber auch kalt und steril. BVS punktete bei seinen Klienten dagegen mit Flexibilität und persönlicher Nähe. Genau das sollte die neue Seite ausstrahlen.
Die Strategie: 15 Minuten Fragen statt endlos Texte schreiben
Die wichtigste Vorgabe für mich war: Dieses Projekt darf den beiden keine zusätzliche Arbeit machen. Wer schon den ganzen Tag keine Zeit hat, schreibt abends keine guten Website-Texte.
Also stellte ich in einem 15-minütigen Gespräch nur ein paar gezielte Fragen: Wer kommt zu euch? Warum? Was nervt euch an der alten Seite am meisten?
Aus den Antworten entstand das Konzept: Die Website musste nicht aufwendig überzeugen. Sie musste nur die drei, vier Fragen beantworten, die sich ein Amt oder ein Bauträger sowieso stellt, bevor es anruft.





Die Umsetzung: Drei Fragen, warme Farben, klare Führung
Statt einer trockenen Leistungsliste fragt die neue Seite die Besucher jetzt direkt:
- Möchten Sie Ihr Radverkehrsnetz zeitgemäß überarbeiten?
- Ein Ansiedlungsvorhaben fachlich begleiten lassen?
- Den ÖPNV fit für die Zukunft machen?
Wer eine dieser Fragen mit Ja beantwortet, ist bei BVS richtig – mehr Einstieg braucht es nicht.



Auch optisch gab es einen klaren Cut: Aus vier E-Mail-Adressen wurde ein simples Kontaktformular. Aus dem unleserlichen Logo eines, das auch auf Handy-Bildschirmen funktioniert.
Um sich von der sterilen Konkurrenz abzuheben, wählte ich kräftige, warme Farben. Im Header läuft eine kleine Animation der lokalen Skyline – ein stiller Verweis darauf, dass hier Menschen arbeiten, die diese Stadt tatsächlich mitgestalten.
Der Rest blieb bewusst schlicht. Neue Kunden entscheiden hier nicht über ein überladenes Interface, sondern über Vertrauen in zwei Namen und dreißig Jahre Erfahrung.




Das Ergebnis: „Das absolut erforderliche Mindestmaß an Zuarbeit“
Nach dem Launch kam diese Mail von den Gründern:
Sehr gelungen, und vor Allem hast Du es hinbekommen, von uns nur das absolut erforderliche Mindestmaß an Zuarbeit zu verlangen. Das war vor dem Hintergrund unserer Arbeitsbelastung (…und des Alters und der Gebrechen…) besonders wichtig.
Genau das war der Plan. Eine gute Website für Menschen mit wenig Zeit ist nicht die mit den meisten Funktionen. Es ist die, die ihnen am wenigsten abverlangt.
